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Nachhaltiger Unterstützung

Die Kläranlage - Nach dreijähriger Bauzeit wurde im Dez. 1999 der Umbau und die Erweiterung der Kläranlage Merklingen abgeschlossen. Die Gemeinde Merklingen hat mit nachhaltiger Unterstützung des Landes Baden-Württemberg mit dieser Maßnahme einen großen Beitrag zur Reinhaltung unseres Grundwassers und damit zum Umweltschutz geleistet. Wir danken allen beteiligten Behörden, dem Land Baden-Württemberg, allen Ingenieurbüros sowie den Fachfirmen ganz herzlich für die gelungene Arbeit und Ihren Beitrag an der Kläranlage Merklingen! Besonders freuen wir uns, dass auf dem neuen Betriebsgebäude eine beispielhafte Photovoltaikanlage mit Zuschuss der EnBW - Energie Baden-Württemberg installiert und zur Stromversorgung genutzt werden kann.

Ein Umbau an der 1968 ursprünglich erstellten Kläranlage war aus verschiedenen Gründen dringend erforderlich:

  • gestiegene Anforderungen an die Ablaufqualität
  • keine Möglichkeit zum Phosphatabbau (Fällung)
  • weitere gesetzliche Anforderung in Zielrichtung Stickstoffabbau (Denitrifikation)
  • Rechen und Sandfang veraltet und nur noch bedingt funktionstüchtig
  • Oberflächenbelüfter nicht mehr zulässig und zudem sehr frostempfindlich
  • Belüftung nur grob steuerbar
  • Zulaufschieber nur von Hand steuerbar, dadurch immer wieder große Stoßbelastungen
  • Elektrotechnik total veraltet
  • fehlende Kapazität an Regenrückhaltebecken
  • keine Annahmemöglichkeit für angelieferte Abwässer (Ortsteil Widderstall, Wochenendgebiet, etc.)
  • fehlende Erweiterungskapazität bei wachsender Gemeinde
Kläranlage
Kläranlage
Luftbild Kläranlage
Luftbild Kläranlage

All diese Probleme zeigen deutlich die Notwendigkeit, den Umbau in Angriff zu nehmen; zumal bei der nächsten durch das Landratsamt zu erteilenden Einleitergenehmigung (Genehmigung zur Versickerung der gereinigten Abwässer) im Hinblick auf das vorhandene Wasserschutzgebiet mit großen Schwierigkeiten zu rechnen war. Anfang der 90er Jahre waren verschiedene Modelle im Gemeinderat diskutiert worden, welche Möglichkeiten bestehen, diesem Problem entgegen zu treten; u.a.

  • Anschluss an die Sammmelkläranlage Steinhäule, Ulm
  • gemeinsame Kläranlage mit Laichingen
  • gemeinsam mit Nellingen/Aichen/Raststätte im Zusammenhang mit einem damals projektierten Gewerbepark
  • oder in Eigenregie ein Umbau am bisherigen Standort.

Nach eingehenden Betriebs-, Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und Kostenberechungen hat sich eine grundlegende Sanierung und Optimierung mit Umbau an dem bestehenden Standort als die beste und gleichzeitig kostengünstigste, eigenständige Lösung für Merklingen und die Zukunft seiner Abwasserreinigung gezeigt. Im Jahre 1994 wurde mit dem Büro IAT - Herrn Dr. Maier ein kompetenter Partner gefunden der mit viel Sachwissen und immer mit einem scharfen Auge auf die Kosten die Planung des Umbaus in Angriff nahm. Zusammen mit dem für die ausführende Bauleitung zuständigen Ingenieurbüro Wassermüller, Herrn Müller wurde dann die Umsetzung dieser Planung angegangen. Dafür danken wir.

Kläranlage Innen
Kläranlage Innen
Erläuterung der Ultrafiltration durch Herrn Fink
Erläuterung der Ultrafiltration durch Herrn Fink

Was verändert wurde und wie die Kläranlage funktioniert, wird nachfolgend kurz beschrieben: Die Kläranlage Merklingen ist nach dem Umbau in der Lage das Abwasser von 2300 EW nach den gesetzl. Vorgaben zu reinigen (vorher 1900 EW). Die Umbaukosten betragen ca. 1,6 Mio DM. Dies geschieht weiterhin zunächst im mechanisch-biologischen Reinigungsprozess. Das Abwasser kommt in zwei großen Kanälen zu der Kläranlage. Bei Trockenwetter ist mit einem Zufluss von 4-7 l/sek zu rechnen. Der neue elektrische Schieber lässt höchstens 14 l/sek in die Kläranlage. Bei Regenwetter wird das zurückgestaute Abwasser in die Regenüberlaufbecken (RÜB) abgeleitet. Es stehen drei Regenrückhaltebecken (RÜB) zur Verfügung:

  • RÜB 1: In der Ortsmitte ca. 120 m3
  • RÜB 2: Das bestehende an der Kläranlage ca. 500 m3
  • RÜB 3: Wurde im Zusammenhang des Umbaus an der Kläranlage neu erstellt; Fassungsvermögen ca. 700 m3

Bei Trockenwetter werden diese RÜBs abgearbeitet d.h. in die Kläranlage abgepumpt. Danach kommt das Schmutzwasser zum Rechen und Sandfang. Hier stand vor dem Umbau ein "antiker" Ketten/Rechen-Förderer, der bei einer Spaltweite von ca. 1,5 cm ein sehr unbefriedigendes Reinigungsresultat erbrachte. Zudem war er im Winter stark frostgefährdet. Danach kam ein Langsandfang in dem durch die Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit eine Absetzung des Sandes erfolgte. Beim Umbau wurde in dem neuen Betriebsgebäude ein Kompaktaggregat der Firma Huber eingebaut. Dieses Kompaktaggregat beinhaltet einen Feinst-Rechen; Spaltweite 0,5 cm und einen belüfteten Sand und Fettfang mit automatischem Austrag.

Der weitere Weg geht über eine neue Wassermengenmessung (IDM) zu Belebungsbecken. Hier wird durch zwei Kompressoren über Luftleitungen die am Boden montierten Membranbelüftungen Luft in das Becken eingeblasen. Dadurch entstehen mit Hilfe von Bakterien biologische Schlämme die das Abwasser reduzieren. Durch die eingebaute Steuerung im Zusammenhang mit der Sauerstoffmessung werden die Kompressoren stufenlos geregelt.

Gleichzeitig ist in diesen Becken ein Rührwerk installiert. Dies wird benötigt um Stickstoff abzubauen. Dies geschieht durch abwechselndes Belüften bzw. Rühren. Im Belebungsbecken wird gleichzeitig durch die Zugabe von Eisensalzen Phosphat abgebaut (Fällung). Danach gelangt das Abwasser ins ruhige Wasser des Nachklärbeckens. Dort setzen sich die Belebtschlammflocken ab und werden als Rücklaufschlamm ins Belebungsbecken zurückgepumpt. Aus dem Nachklärbecken wird auch der sogenannte ÜberschussSchlamm abgezogen und in die Klärschlammbehälter abgepumpt. Das überlaufende Wasser im Nachklärbecken wird über ein Gerinne zum Erdfall geleitet und dort versickert.

Mit dem Umbau hat die Gemeinde Merklingen eine gut funktionierende und technisch gut ausgestattete Kläranlage, die in den nächsten Jahren für die Entwicklung unseres Dorfes ausreichen sollte. Doch muss auch weiterhin damit gerechnet werden, das bei Gesetzesänderungen kurzfristig Umbaumaßnahmen anstehen können. Die Diskussion über eine nachgeschaltete Filtration zeigt deutlich auf, das die Entwicklung im Abwasserbereich mit Sicherheit schnell voran gehen wird.

Ihr Ansprechpartner
Herr Horst Ruhland
Tel. Nr. 0157 73338843
E-Mail schreiben

Die Kläranlage Merklingen ist ein Partner bei dem Projekt SchussenAktivplus in dem für sauberes Wasser geforscht wird.
Mehr Informationen unter dem Link

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